MAGIC MIKE XXL

Filmkritik: Magic Mike XXL – Mehr als nur Eye Candy?

Mädels, er ist wieder da: Magic Mike geht in die zweite Runde! Mit Magic Mike XXL tanzen sich Channing Tatum und seine Stripper-Crew ab heute wieder auf die Kinoleinwände Deutschlands. Doch ist der Film wirklich so XXL, wie angekündigt?

Die Story von Magic Mike XXL ist recht simpel gehalten. Drei Jahre nach seinem Ausstieg aus der Stripper-Szene läuft es eher schlecht als recht für Mike. Sein Geschäft läuft schleppend und die Beziehung ist auf dem absteigendem Ast. Da kommt es ganz recht, dass seine alten Stripper-Kollegen Ken (Matt Bomer), Richie (Joe Manganiello), Tobias (Gabriel Iglesias), Tarzan (Kevin Nash) und Tito (Adam Rodriguez) ein Abenteuer planen. In Myrtle Beach, South Carolina, wollen sie nach dem Ausstieg von Chef Dallas (im ersten Teil gespielt von Matthew McConnaughey) noch einmal richtig auf den Putz hauen. Was dann folgt, ist das typische Road Movie: in verschiedenen Orten erleben sie teils skurrile Abenteuer und lernen lustige Menschen kennen.
Von Soderberghs einstigem Sozialdrama sind nur noch wenige Elemente vorhanden, etwa wenn klar wird, dass keiner der Männer einen realistischen Zukunftsplan hat. Doch im Ganzen ist Gregory Jacob’s Magic Mike XXL eine Mischung aus Hangover und Step Up.
Die romantische Komponente des Films fällt leider total flach. Mike’s Love Interest, gespielt von Amber Heard, ist als rebellische Fotografin unglaubwürdig und langweilt zu Tode. Punkten kann Magic Mike XXL mit tollen Tanzszenen, von denen Frau nicht genug kriegen kann und mit dem wirklich guten Humor. Einige Szenen sind extrem lustig und so macht die Story trotz ihrer Schwächen einfach Spaß.

Beste Szene: Richie, nach Einnahme der Partydroge Molly, bringt ein miesgelauntes Mädel an einer Tankstelle auf ganz besondere Art und Weise zum Lachen.
Beste Szene: Richie, nach Einnahme der Partydroge Molly, bringt ein miesgelauntes Mädel an einer Tankstelle auf ganz besondere Art und Weise zum Lachen.

Die Besetzung des Films zeigt eine durchwachsene Leistung. Während die Stripper alle gut besetzt sind und ihre Rollen gut rüberbringen, fallen die Nebencharaktere unter den Tisch. Jada Pinkett-Smith hätte hier das Ruder rum reißen können. Als skurrile Nachtclub-Besitzerin Rome erinnert sie allerdings zu sehr an ihren Charakter Fish Mooney aus der Serie „Gotham“. Auch der kurze Auftritt von Elizabeth Banks ist keine wirkliche Bereicherung, und Andie McDowell wirkt als desillusionierte Hausfrau Fehl am Platz. Hier hätte deutlich mehr gehen können, aber die Story bietet den Schauspielern auch nicht viel Beef. Absolut herauszuheben ist die tänzerische Leistung der Hauptdarsteller, allen voran Channing Tatum. Hier kann Magic Mike sein XXL richtig ausspielen. Wirklich erfrischend war übrigens die Besetzung des Publikums. Hier durften Mike uns seine Crew auch mal übergewichtige Mädels beglücken, was so selten in Hollywood-Blockbustern vorkommt, dass es einem nun fast ins Auge springt.

Etwas irritierend war die unruhige Kameraführung an einigen Stellen. Es gibt Szenen, in denen das Bild geradezu zittert. Das passt zu Filmen wie Cloverfield und Blair Witch Project – nicht zu Magic Mike XXL. Die Tanzszenen waren hingegen super inszeniert. Hier liegt definitiv die Stärke des Films.

giphy

Review
  • Cast
  • Story
  • Technische Umsetzung

Summary

Trotz schwacher Story und zum Teil schlechten schauspielerischen Leistungen, insbesondere der Nebencharaktere, ist Magic Mike XXL definitiv sehenswert. Als leichtes Road Movie kombiniert der Film extrem witzige Momente mit herausragenden Tanzszenen und bietet so einen unterhaltsamen Abend - insbesondere natürlich für die weibliche Zielgruppe.

3.7

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