ANT-MAN - 2015 FILM STILL - Photo Credit: Marvel  © Marvel 2014  ©Marvel 2015

Filmkritik: Ant-Man

Trickbetrüger Scott Lang (Paul Rudd) besitzt die unglaubliche Fähigkeit, auf winzige Körpergröße zu schrumpfen und gleichzeitig seine Kräfte zu vervielfachen. Gemeinsam mit seinem Mentor Dr. Hank Pym (Michael Douglas) muss Lang das Geheimnis um Pyms einzigartigen Ant-Man-Anzug vor einer gefährlichen Bedrohung beschützen und mithilfe eines spektakulären Raubzugs die Zukunft der ganzen Welt entscheiden.

69389_AntMan_HP_FSC_A4_rz-2_300Bereits im Jahr 1962 hatte Ant-Man seinen ersten Auftritt in den Comics, in denen er unter anderem auch zu den Gründungsmitgliedern der Heldentruppe The Avengers gehörte. Die Rolle des Titelhelden übernimmt Paul Rudd („Immer Ärger mit 40“), für den Part seines Mentors Dr. Hank Pym konnte Marvel niemand Geringeren als Oscar®-Preisträger Michael Douglas („Wall Street: Geld schläft nicht“) gewinnen. In weiteren Rollen sind Evangeline Lilly („Der Hobbit – Smaugs Einöde“) als Pyms Tochter Hope van Dyne sowie Corey Stoll („Non-Stop“) als Yellowjacket zu sehen. Zu dem kreativen Team, das Regisseur Peyton Reed („Trennung mit Hindernissen“) für die Comic-Verfilmung um sich versammelt hat, gehören unter anderem der Oscar®-prämierte Kameramann Russell Carpenter („Titanic”) und der sechsfach Oscar®-nominierte Special Effects Supervisor Dan Sudik („Marvel’s The Avengers”). Produziert hat wieder Marvel-Mastermind Kevin Feige.

Marvel's Ant-Man Prop Dept.  Photo Credit: Zade Rosenthal © Marvel 2015
Marvel’s Ant-Man
Prop Dept.
Photo Credit: Zade Rosenthal
© Marvel 2015

Ant-Man ist einer der absoluten Wildcards des diesjährigen Kinosommers. Keiner wusste so genau, was er von dem ulkigen Helden halten soll – wirkt er doch so gar nicht heldenhaft imposant, wie zum Beispiel ein Captain America. Dabei ist er nur einer von vielen neuen Helden, die das Marvel Cinematic Universe in Einzelverfilmungen der Phase 3 vorstellt: im November 2016 folgt Doctor Strange, ein Jahr später Black Panther und im Juli 2018 Captain Marvel, gefolgt von einem neuen Team, den Inhumans, im November 2018. Aber eins ist sicher: Marvel ist mittlerweile ein Garant für gute Filme. Anders kann man es gar nicht mehr sagen. Aber fangen wir mal von vorne an…

Ant-Man handelt eigentlich nur von einem Raubüberfall. Einem sehr spektakulären Raubüberfall natürlich, schließlich braucht man dafür einen Superhelden. Leider ist der Hauptcharakter Scott Lang eher der ultimative Loser, der sein eigenes Leben nicht in den Griff bekommt. Wegen Raubes saß er im Gefängnis und kriegt mittlerweile nicht einmal die Unterhaltszahlungen für seine Tochter zusammen. Er gelobt Besserung, doch gerade dieser Drang, seiner Tochter mehr bieten zu können, bringt ihn wieder auf die schiefe Bahn. Auf spektakuläre Weise wird er von Hank Pym für eine Mission auserwählt und muss dafür in dessen legendären „Ant-Man“-Anzug steigen. Was folgt sind nicht nur äußerst amüsante Trainingseinheiten, sondern auch der Missmut von Pym’s Tochter Hope van Dyne. Die würde nämlich viel lieber selber in die Miniaturwelt eintauchen. In der Mission geht es natürlich darum die Welt zu retten. Denn Pyms ehemaliger Protégé Darren Cross hat dessen Technologie mittlerweile für sich entdeckt und versucht nun mit brutalen Mitteln den Durchbruch zu schaffen.

Die Story ist sehr typisch für Marvel und erinnert ein wenig an die Mixtur von Krimithriller und Actionfilm, die schon bei Captain America 2 so erfolgreich war. Marvel gibt uns dabei viel Zeit um diesen neuen Helden kennenzulernen, und die Miniaturwelt, in der Ant-Man sich bewegt. Der Vater-Tochter-Konflikt wirkt hingegen etwas unnötig und forciert. Wie immer sind es Missverständnisse und unvollständige Infos, die zu der Situation führen und man fragt sich ein wenig, wann Filmcharaktere eigentlich endlich lernen, dass Geheimnisse meistens negative Folgen haben. Ein absolut unterhaltsamer Teil des Plots, ist die Ameisen-Armee von Ant-Man. Diese Szenen machen einfach wahnsinnigen Spaß, genau wie die Szenen mit Langs krimineller „Gang“.

Eine große Schwäche ist wie immer, wer hätte es geahnt, der Bösewicht. Darren Cross ist als „normaler Mensch“ unheimlicher und schurkenhafter als zum Schluss, wenn er zu Yellowjacket wird. Seine Kräfte unterscheiden sich kaum von denen Ant-Mans und so kann er nie zu einer wirklichen Bedrohung werden. Marvel schafft es einfach nicht einen Schurken zu erschaffen, der so abgrundtief böse wie z. B. Heath Ledger’s Joker ist. Tatsächlich ist Loki der einzige „böse“ Charakter der Marvel-Welt, der die Helden auch über mehrere Filme hinweg auf Trab hält. Man kann nur hoffen, dass Thanos hier ordentlich zu Buche schlägt.

Ant-Man und die Avengers - Achtung, Spoiler! Zum Öffnen klicken!

Die Besetzung von Ant-Man ist unfassbar gut. Als kein großer Fan von Evangeline Lily muss ich zugeben, dass sie die perfekte Besetzung für die emotionale, aber sehr starke Hope van Dyne ist. Sie könnte eine große Bereicherung für Marvels männlich geprägte Heldenriege werden, wenn Marvel es zulässt. Eine große Bereicherung ist definitiv auch Michael Douglas. Hier hat das MCU ein weiteres riesiges Kaliber gewonnen. Mittlerweile hat schon jeder große Hollywood-Schauspieler, der etwas auf sich hält, eine Marvel-Verfilmung in seiner Filmographie. In der Rolle des Hank Pym ist Douglas sehr glaubwürdig und sympathisch.

Paul Rudd, der sich eher mit Rom-Coms einen Namen gemacht hat, geht tatsächlich etwas unter. Er spielt die Rolle des Ant-Man absolut perfekt und passt super in diese „Loser-wird-zu-Held-Rolle“, doch die Nebencharaktere spielen ihn etwas an die Wand. Allen voran Michael Peña, der seine kleine Rolle als Sidekick Luis zum absoluten Publikumsliebling macht, und Corey Stoll, der wie erwähnt als Yellowjacket mittelmäßig daher“fliegt“, aber als Geschäftsmann absolut brutal ist. Tatsächlich erinnert er ein wenig an Daredevils Wilson Fisk, einer der brutalsten Marvel-Schurken. Stoll, der als TV-Schauspieler extrem beschäftigt ist (ehem. House of Cards, The Strain), ist die perfekte Wahl für die Rolle.

Marvel's Ant-Man Luis (Michael Peña) Photo Credit: Film Frame © Marvel 2014
Marvel’s Ant-Man
Luis (Michael Peña)
Photo Credit: Film Frame
© Marvel 2014

Die gute technische Umsetzung überrascht nicht. Dass Marvel Studios effektvolle Actionfilme drehen kann, wissen wir nun alle. Da braucht man nun wirklich nicht mehr viel zu sagen. Neu aber ist die Miniaturwelt, die einfach großartig visualisiert wurde. Gemeinsam mit Ant-Man lassen wir uns durch Kanäle schwemmen, treffen riesige Ratten und müssen uns auf Ameisen als „Flugtier“ halten. Das hin und her zappen zwischen „normaler“ Welt und Miniaturwelt bietet tolle Möglichkeiten für witzige Effekte, wie der Endkampf im Spielzimmer von Langs Tochter schön zeigt. Das Quantumuniversum wirkt dafür etwas schräg, verdeutlicht aber schön den Verlust von Zeit und Raum und letztendlich das Risiko sich selbst darin zu verlieren. Hier hat Marvel eine neue Dimension geschaffen.

Review
  • Cast
  • Story
  • Technische Umsetzung

Fazit

Ant-Man ist nicht nur absolut sehenswert, sondern auch eine Bereicherung des gesamten Marvel Cinematic Universe. Ähnlich wie Captain America 2 vereint der Film Elemente einer Krimistory mit denen eines Actionfilms und hat dabei unglaublich lustige Szenen. Die Nebendarsteller stechen den Hauptdarsteller leider etwas aus, aber als Ensemble betrachtet, ist der Cast grandios und kann kleinere Schwächen der Charaktere und des Plots schön überspielen. Herausragend dabei ist Michael Peña.
Marvel stellt uns zwei bedeutende neue Universen vor: die Miniaturwelt, die sehr actionreich und mitreissend visualisiert wurde, so wie das abstraktere Quantumuniversum.
Mit Ant-Man hat Marvel nicht nur einen tollen neuen Helden zum Leben erweckt, sondern auch geschickt die Brücke zu den Avengers geschlagen. Nach Ende des Films hat man das Gefühl, dass man noch sehr viel von Pym, Lang, van Dyne und Co. sehen wird, denn Ant-Man hat unglaublich viel Potenzial.

4.8
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